Software-Update für EMU ESI Sampler
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ESI 4000 |
ESI 32 |
Einleitung
Von Markus T. erhielt ich die Anfrage, ob ich auch EPROMs brennen könnte. Es handele sich um ein Update von einem Sampler-Betriebssystem (Emu EOS 3.02). Na klar konnte ich das. Zum Glück verfüge ich über einen der guten alten Universalprogrammer von Data I/O, die so gut wie jeden bekannten Baustein von jedem Hersteller programmieren konnten.
Von den Samplern der Firma EMU habe ich zwar keine Ahnung, aber von Markus T. erhielt ich später noch einige Erläuterungen, aus denen ich hier mal zitiere:
"Die Eproms mit dem Software-Update sind für die komplette Emu
ESI - Sampler-Baureihe, die in ihren Grundlagen vom Emu EIIIxs abstammen;
dem Sampler-Flaggschiff Ende der 80er Anfang 90er; Emu hat die 3 Höheneinheiten
vom EIIIxs in 2 Höheneinheiten gepackt und für den halben Preis
angeboten (statt 5000 Mark nur 2500); also vom ersten Modell ESI 32 über
den ESI 2000 zum ESI 4000 sind alle baugleich; zwar haben ESI 2000 und
4000 ein anderes Motherboard mit einem angeblich besseren Prozessor (mehr
Hauptspeicher: bis zu 128MB statt nur 32MB), aber die Eproms sind die gleichen
- die Software ist die gleiche. Eben die obergeniale Emu - Software, die
das Bedienen zum Kinderspiel macht und damit die Akai - Sampler in der
Benutzerfreundlichkeit übertrumpft.
(...) der ESI 32 ist qualitativ der beste, da die Spannungsversorgung vom Motherboard
getrennt ist - er hat ein separates leistungsstarkes Netzteil, das abgeschirmt
ist und bietet die Möglichkeit, eine interne SCSI Festplatte zusätzlich
einzubauen, da er intern noch einen zusätzlichen SCSI Steckplatz hat. ESI
2000 und 4000 sind billiger aufgebaut, ohne SCSI Steckplatz und mit Netzteil
direkt auf dem Motherboard - einzig die beleuchtete LCD Anzeige ist bei 2000
und 4000 besser zu lesen, da sehr leuchtstark.
Die Softwareversion ist 3.02 und auch das letzte Update, das es gab. Es gilt
als das "Turbo-Update", da damit das optionale Turbo-Board optimal
angesteuert wird (Effekt-Sektionen-Board mit zusätzlichen Ausgängen
und SPDIF Digital I/O). Zusätzliche Funktionen unter anderem im Filter-Bereich
mit unzähligen Filter-Typen wie Hoch- Band- Tiefpaß und Morphing-Filter.
Also für alle, die den ESI 32 auf ESI 32 Turbo umrüsten ein absolutes
Muß - ein Muß für jeden der Softwareversion kleiner 3.02 hat."
Analyse
Ich bekam zwei EPROMs vom Typ M27C2001-12, Bauform PLCC32 zugeschickt, ein OTP-EPROM mit 256k x 8 Byte von ST mit 120 ns Zugriffszeit und 5V Betriebsspannung. Das ist ein EPROM ohne Löschfenster, d.h. es kann nur ein einziges Mal programmiert werden.
Im Versandhandel kann man so ein 27C2001 oder alternativ auch ein 27C020 bestellen. Man bekommt dann gemischte Typen mit 55 ns oder 70 ns Zugriffszeit. Da mir aber die Ausfallquote beim Programmieren dieser Elektronikversand-ICs zu hoch war, verwende ich jetzt nur noch den AT27C020-90 von Atmel, den ich direkt über den Distributor beziehe. Das ist zwar etwas teurer, aber dafür zuverlässiger.

ATMEL AT27C020
Programmieradapter
Ein Problem stellt die Adaptierung des PLCC32-Gehäuses an die üblichen DIP-Nullkraftfassung des Programmers dar. Aus einem PLCC32-Sockel, zwei Stiftleisten und einem Stück Lochrasterplatine habe ich einen einfachen Adapter aufgebaut. Da die Pinbelegung beim 27C2001 für die Gehäusevarianten PLCC32 und DIL identisch ist, brauchte ich nur die Pins des PLCC-Sockels 1:1 mit den Stiftleisten zu verbinden.

PLCC-zu-DIL-Adapter, Oberseite

Adapter, Unterseite. Die Verbindungen wurden mit Kupferlackdraht hergestellt und zum Schutz mit Silikon abgedeckt.
Es empfiehlt sich, die Bohrung im Boden der PLCC-Fassung auch durch die Lochrasterplatine durchzubohren (Pfeil). Das programmierte IC kann dann mit einer M3 Zylinderschraube aus der Fassung ausgestoßen werden.
Programmieradapter II
Inzwischen habe ich einen weiteren Adapter PLCC32 zu DIP mit einer Nullkraftfassung aufgebaut.

Adapter mit Nullkraftsockel
In diesem Zusammenhang habe ich noch einige der gezeigten Adapterplatinen übrig, die ich gerne weitergebe. Die Platine ist passend für den Nullkraftsockel Typ IC120-0324 von Yamaichi. Diesen Sockel gibt es im gut sortierten Elektronikversand, z.B. bei Farnell oder Bürklin.
Hexfiles
Die Programmfiles können im Internet von verschiedenen Supportseiten heruntergeladen werden. Alternativ können sie natürlich auch aus einem ESI, sofern vorhanden, ausgelesen werden, der bereits die Version 3.02 hat.
Programmierservice
Ich biete einen Programmierservice für das ESI Update an. Zum Selbstkostenpreis ( + einer kleinen Aufwandspauschale) bekommt Ihr die beiden EPROMs fertig programmiert und getestet auf einem Industrie-Programmiergerät. Bei Interesse bitte Email an die auf der Kontaktseite angegebene Adresse.
Einbauhinweise
Für alle, die überlegen, ob sie sich den Einbau selbst zutrauen, habe ich hier eine kleine Einbauanleitung zusammengestellt (Dank an Markus T.)
Ich weise jedoch ausdrücklich darauf hin, daß dazu Grundkenntnisse im Umgang mit elektronischen Baugruppen erforderlich sind! Insbesondere übernehme ich keinerlei Haftung für Schäden, die durch unsachgemäße Behandlung der Geräte entstehen! Der Einbau geschieht auf eigene Gefahr!
...Deine Vermutung war richtig: die Sockel sind
billig und das Aushebelwerkzeug was dabei war, kann man sich selbst basteln:
einen ca. 1,5mm starken Nagel
am Ende ca. 3mm umbiegen, so dass man einen Winkel erhält. Wenn man
jetzt noch solche Uhrmacher-Schraubendreher (1,5mm Schlitz) hat ist das
ganze kein Problem mehr (man sollte viel Gefühl haben). An den Aussparungen
des Sockels den Eprom an einer Ecke vorsichtig anhebeln (wenn er da nicht
sofort will dann an der anderen Ecke). Wenn der Eprom etwas (1-2mm) gekommen
ist den Nagel mit dem Haken nehmen und in die Aussparung rein - jetzt kann
man den Eprom relativ leicht rausziehen bzw. hebeln. Also so mache ich
es - und meine 3 ESI´s haben es alle überlebt. Anders steht
es auch nicht in der Tauschanleitung (die ich noch irgendwo rumfliegen
habe, aber noch nicht aufgetaucht ist). Die Eproms darf man natürlich
nicht vertauschen - aber auf der Platine ist es gut lesbar beschriftet,
wo was drin ist.
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Also, achten Sie darauf, daß H- und L-Chip nicht vertauscht werden, und
daß Sie beim Ausbau der alten Eproms vorsichtig vorgehen. Die Eproms sind
an einer Ecke angeschrägt, das gibt die Richtung beim Einsetzen vor.
Beachten Sie außerdem die elektrischen Sicherheitsvorschriften (d.h. entfernen
Sie das Netzkabel und alle anderen Kabel, bevor Sie das Gerät öffnen!)
Beachten Sie besonders auch die Regeln zum Schutz vor statischer Aufladung:
- tragen Sie keinen Fleece-Pullover oder eins von diesen Holzfällerhemden, mit denen man sich ständig auflädt
- bleiben Sie bei der Arbeit sitzen, laufen Sie nicht herum
- berühren Sie immer erst das Metallgehäuse des Geräts mit der Hand, bevor Sie irgendein Teil im Inneren berühren oder die neuen Eproms aus der Verpackung entnehmen.
Auf einigen EMU-Platinen sind die beiden Sockel auch mit MSB und LSB beschriftet. Hier gilt die Zuordnung
- der H-Chip gehört in den MSB Sockel
- der L-Chip gehört in den LSB Sockel

Inside ESI32

1 = Hier kommt das H-Eprom hin, 2 = hier das L-Eprom

Achten Sie unbedingt darauf, daß Sie mit dem Hebelwerkzeug nicht zu tief einstechen, damit Ihnen nicht das selbe passiert wie diesem ESI-Besitzer. Es wurde eine Leiterbahn unter dem Sockel durchgetrennt.
Speichererweiterung
Da immer mal wieder die Frage nach einer RAM-Erweiterung auftaucht, habe ich hier noch ein paar Infos von Markus:
Der ESI braucht 30pin EDO Rams; 60-70ns schnell und vor
allem parity statt noparity Sims (die noparity können das Board zerstören
- die noparity erkennt man daran, dass die Speicherchips auf beiden Seiten
drauf
sind - es müssen auf jeden Fall die Sims sein, mit Chips auf nur einer
Seite!!!); gibt es auf jedenfall bei eb** - allerdings nicht immer.
***
Das mit den 30pin EDO Rams für Esi gilt für alle Esi32 - ab
Esi2000 kommen da die 72pin Ps2 Sims rein. Da aber nur 2x16MB angefragt
waren, bin ich vom Esi32 ausgegangen - das ist die max. Ausbaustufe - ab
Esi2000 passen bis zu 2x64MB, also 128MB rein.
Weitere Infos
Hier gibt es weitere Informationen speziell zum Thema Hardwareumbauten: www.der-hammond-freak.co.de
Und ein neugegründetes Forum zum Thema: derhammondfreak.xtremeservers.at
Programmierservice für andere EPROMS / andere Hersteller
Bitte bei mir anfragen, wenn HEX-File oder Eprom vorhanden ist. Bei vielen Synthesizern ist die Firmware noch nicht auf Flash-ROMs sondern auf Eproms drauf. Die meisten älteren Epromtypen lassen sich noch besorgen. Meist handelt es sich dann um OTP-Eproms, also solche, die sich nicht mehr löschen lassen. Das ist aber meistens auch nicht mehr nötig, da es für die älteren Geräte immer eine letzte Version gibt, die dann nicht mehr weiter supported wurde.
Weitere von mir bereits upgedatete Geräte hier.
