KEN! 4 und Probleme mit dem Emaildienst

Auf die IMAP-Konten bei KEN kann nicht mehr zugegriffen werden. Es können keine Nachrichten mehr gesendet oder verschoben werden. Eingehende Nachrichten werden laut Log zwar aus dem Internet abgeholt, aber nicht an die Benutzer ausgeliefert. Der Prozeß kenmail.exe lastet die CPU des KEN Service PC ständig zu 100% aus (auf einem Dualcore System nur zu 50%, da der Prozeß nur eine CPU benutzt). Beim Beenden von KEN wird der Prozeß kenmail.exe nicht terminiert, sondern läuft mit voller CPU-Last weiter. Nach einem Neustart des KEN Service PC ist das Problem noch genau so vorhanden.
Es fing damit an, daß ich zu Jahresbeginn die eingeganenen Emails des vergangenen Jahres in Unterordner verschieben wollte. Die Emails liegen allesamt in IMAP-Konten auf der Festplatte des KEN Service PC. Wie wir seit heute wissen, gibt es keinen Support mehr für KEN. Also was tun?
Ein Anruf beim IT-Dienstleister meines Vertrauens (der von der Einstellung von KEN übrigens auch noch nicht wußte) brachte die Erkenntnis, daß dies ein normaler Fehler von KEN sei, der gelegentlich dann auftrete, wenn zu viel Emails im mailroot-Verzeichnis auf der Festplatte des KEN Service PC vorhanden sind. Man sollte einige Emails löschen und den KEN Service PC neu starten.
Das habe ich dann auch gemacht: Verschiedene Konten nach und nach leergeräumt und den KEN Service PC zwischendurch zig mal neu gestartet. Am Ende waren sämtliche IMAP-Konten geleert, aber der kenmail.exe hatte immer noch volle CPU-Auslastung.
Es lief dann auf eine komplette Neuinstallation von KEN hinaus, natürlich mit vorheriger Sicherung aller Einstellungen. Erst dann war die CPU-Last wieder normal, und auch kenmail.exe wurde beim Beenden von KEN wieder normal terminiert. Anschließend habe ich (mit dem Emailprogramm) problemlos die Emails auf die IMAP-Konten zurückschieben können, allerdings weniger als vorher.
Es handelte sich um die Archive zweier IMAP-Konten bis zum Jahr 2007 zurück. Insgesamt waren es etwas über 5000 Emails (vorher), so daß ich die kritische Grenze irgendwo bei 5000 Emails sehen würde. Diese sollte man bei KEN nicht überschreiten.
Vermutete Ursache
Wenige Tage später trat dieses Problem wieder auf, jetzt mit der stark verringerten Anzahl von gespeicherten Emails. Nun habe ich versuchshalber mal den Avira Guard auf dem KEN-Service PC vorübergehend deaktiviert. Und siehe da, nach kurzer Zeit war die CPU-Last wieder unten, und alle zwischenzeitlich aufgelaufenen Emails waren an die User zugestellt (die nicht verarbeiteten Emails kann man im spool-Verzeichnis der KEN-Installation sehen).
Ein Anruf beim hervorragenden Avira-Support brachte zwei Erkenntnisse:
1. Antivir-für-KEN-Lizenzen werden zukünftig nur noch um jeweils ein Jahr verlängert werden können. Solange man eine gültige Lizenz hat, gibt es auch weiter Support.
2. Zumindest die Problematik der hohen Speicherauslastung der kenmail.exe ist bekannt. Dafür gibt es einen Patch (die Avira-DLL avkenspc.dll 1.0.0.25). Diese DLL hat in der aktuellen KEN-Installation das Datum vom 4.1.2011. Den ersten Absturz von KEN! gab es zufällig genau am 4.1.2011.
Vermutete weitere Ursache
Es ist wieder aufgetreten. Diesmal lag es an einer empfangenen Email, die 9 MB groß war. Wahrscheinlich lag es nicht an der Größe (es wurden auch schon größere Emails mit KEN! empfangen), sondern am Inhalt.
So sieht der KEN!-Hauptordner aus (im Verzeichnis C:\Programme\KEN!). Hier gibt es das Verzeichnis mailroot mit den bereits zugestellten Mails, und das Verzeichnis spool mit den noch nicht zugestellten Mails.

KEN! Hauptordner
Im Verzeichnis mailroot befinden sich die bereits zugestellten Mails für die Benutzerkonten. Diese waren diesmal nicht betroffen. Jedes Konto hat ein eigenes Verzeichnis mit einem Namen aus Hexzahlen. Die Zuordnung zu den Benutzern finden Sie in der Datei usermap.txt. Hier gibt es auch noch ein Verzeichnis Spool, welches aber anscheinend unbenutzt ist.

KEN! mailroot
Das spool-Verzeichnis (unterhalb vom Hauptverzeichnis). Hier liegen zum einen die Emails, die gerade aus dem Internet abgerufen wurden, aber noch nicht durch den Spamfilter und Virenfilter gelaufen sind, und noch nicht an die einzelnen Postfächer zugestellt wurden. Zum anderen die Emails der Benutzer, die noch nicht in das Internet versendet wurden (weil die Zeitsteuerung es noch nicht zuläßt, oder weil kenmail.exe wieder mal hängt.)

KEN! spool-Verzeichnis
Die Dateien mit der Endung .spl sind die Emails, die noch verschickt werden müssen. Die Dateien mit der Endung .poi sind die bereits empfangenen, aber noch nicht zugestellten Mails. Diese können gerettet werden, indem man sie in .eml umbenennt. Anschließend können sie mit den meisten gängigen Emailprogrammen direkt von der Festplatte geöffnet werden.
Nachdem ich KEN! beendet hatte, und anschließend auch die kenmail.exe mit dem Taskmanger beendet wurde, habe ich die Dateien im spool-Verzeichnis gelöscht. Nach einem Neustart lief dann alles wieder normal.
Mögliche weitere Abhilfen
Wenn dieses Problem auftritt, sollte man auch die Virenprüfung für
E-Mails und Proxy-Cache deaktivieren.
Dies können Sie wie folgt durchführen:
1. Starten Sie den KEN! Service PC
2. Wählen Sie "E-Mail" -> "Virenschutz"
3. Klicken Sie auf der rechten Seite auf den Reiter "Erweiterte Einstellungen"
4. Deaktivieren Sie die Option "Alle E-Mails und Proxy-Cache sofort nach
Aktualisierung auf Viren prüfen"
(Quelle: Avira)
Die Virenprüfung der Emails erfolgt bei mir nachts mit dem planmäßigen
Avira-Suchlauf. In dieser Zeit ist KEN! nicht aktiv.
Tip
Das Aktivitätsprotokoll von KEN! kann man mit folgendem Befehl fortlaufend anzeigen lassen:
tail.exe -f -n20 C:\Programme\KEN!\access\access0.log
oder, wenn das Verzeichnis C:\Programme\KEN! freigegeben ist, auch von jedem anderen Rechner aus:
tail.exe -f -n20 \\rechnername\ken!\access\access0.log
Das Programm tail.exe kommt aus der Linux-Welt und ist z.B. in der Installation
des GNU-Compilers enthalten (GNU binutils).