Externe USB-Festplatten 2,5"

Neulich habe ich mir eine externe Festplatte der Baugröße 2,5" zugelegt. Ich habe schon länger eine externe 3,5" Platte mit separatem Netzteil neben dem Computer stehen, für den Fall daß die interne Festplatte mal streikt. In meinem Berufsleben habe ich schon viele defekte Festplatten erleben müssen. Einmal sogar zwei Stück an einem Tag, was normalerweise extrem selten vorkommt.

Die Überlegung war nun, was wäre wenn es mal brennt (ist gerade bei meinem Arbeitskollegen im Nachbarhaus passiert, soviel zum Thema Wahrscheinlichkeiten). Dann wären Rechner und externe Platte gleichermaßen dahin, und die Backups auf CDROM sowieso. Deshalb wollte ich nun eine weitere externe Festplatte, die ich in einem anderen Gebäude aufbewahren kann. Es sollte die Bauform 2,5" sein, weil diese ohne zusätzliche Stromversorgung einfach angestöpselt und aktualisiert werden können.

Das Problem mit dem Y-Kabel

Fast alle zur Zeit angebotenen 2,5" Festplatten benötigen ein Y-Kabel und müssen an zwei USB-Ports angeschlossen werden. Die Hersteller raten davon ab, nur ein einfaches Kabel zu verwenden und warnen sogar vor Beschädigung des Mainboards. Da in den Foren oft über das "warum" spekuliert wird, hier mal der technische Hintergrund.

Was sagt die USB-Norm?

Die USB-Norm sagt ganz klar, daß ein ein USB-Hostanschluß (am PC) 5V mit mindestens 500 mA liefern muß, also eine Leistung von 2,5 W bereitstellt.

Weiterhin sagt die Norm, daß USB-Zubehör maximal 500 mA verbrauchen darf. Jedes USB-Zubehör muß außerdem seinen Strombedarf an den Host melden, für den Fall daß mehrere Geräte über einen USB-Hub ohne eigene Stromversorgung angeschlossen werden. Ich glaube nicht, daß so sinnvolles Zubehör wie z.B. USB-Kaffeetassenwärmer, USB-Leseleuchten oder USB-Ventilatoren diese Forderung erfüllen.

Da liegt also das Problem für die Festplatten, die mehr als 500 mA verbrauchen.

Der Stromverbrauch

Die Stromaufnahme einer Festplatte setzt sich aus 3 Komponenten zusammen:

In externe 2,5" Festplattengehäuse sind ganz normale Laptopfestplatten eingebaut. Wenn man als Hersteller Hama oder CnMemory heißt, hat man normalerweise keinen Einfluß auf die zugelieferten Laufwerke der Festplattenhersteller. Wenn man aber z.B. Seagate, Samsung oder Fujitsu heißt, hätte man schon Einfluß auf die eigenen Festplattenkonstruktionen. Der Hersteller Western Digital bietet externe Festplatten mit einem einfachen USB-Kabel an, weist aber darauf hin, das bei bestimmten PCs ein Y-Kabel erforderlich sein könnte.

Eigene Erfahrungen

Ich habe mich für ein externe Festplatte von Maxtor entschieden. Diese wird mit Y-Kabel geliefert. An meinem selbstgestrickten PC zu Hause funktioniert sie einwandfrei an zwei Front-USB-Anschlüssen.

Maxtor OneTouch 4

An meinem Wortmann-PC am Arbeitsplatz läuft sie an den beiden Front-USB-Anschlüssen nicht an bzw. gibt merkwürdige Geräusche von sich. An den rückwärtigen Anschlüssen, die direkt im Mainboard verlötet sind, läuft sie dagegen problemlos.

Entweder verbraucht sie mit ihren beiden USB-Steckern zusammen mehr als 1000 mA, oder die USB-Anschlüsse an dem Wortmann-PC können keine 500 mA liefern. Beides wäre ein Verstoß gegen die USB-Norm. Ich habe keinen Hersteller gefunden, der in seinen Datenblättern die Stromaufnahme der Festplatten angibt.